|
3D-Schubvektorsteuerung * 3D-Zugvektorsteuerung * 3D-Schwenkpropeller * 3D-thrust-vectoring |
|
| Schubvektorsteuerungen
sind in erster Linie bekannt aus dem JET-Bereich (MIG, SUCHOI) und
beschreiben die gezielte Lenkung des Abgasstrahls einer Turbine. Im
Senkrechtstarterbereich gibt es als Antriebsvariante den Schwenkpropeller,
der z. B. bei 2-motorigen Senkrechtstartern mit Propellerantrieb den
Propellerschwenk von der Senkrechten (Startposition) in die Waagerechte
(Geradeausflugposition) ermoeglicht. Hierbei handelt es sich um eine
2-dimensionale Schubvektorsteuerung, da nur eine Steuerachse Beruecksichtigung
findet.
Im Modellbaubereich wurden in der Vergangenheit mehrere Vektorsteuerungen als 2D und 3D Propellersteuerungen entwickelt, bei denen die Steuerachsen durch indirekte Anlenkung von Rudermaschinengestaengen bewegt werden. Eine neue Variante stellt die '3D-Zugvektor-Steuerung' dar, bei der die erforderlichen Steuerachsen erstmals direkt durch Rudermaschinen angetrieben werden: Die am Rumpf vorne rechts befestigte
Rudermaschine (1) ist liegend mit dem vorderen Polyamidtraeger verklebt
(Sekundenkleber mittelviskos). Durch ihre Ruderscheibe ist sie mit der
zweiten Rudermaschine verbunden (2), ebenfalls verklebt. Die Steuerachsen
der ersten und die der zweiten Rudermaschine sind also um 90 Grad
versetzt. Dadurch wird es moeglich, mit der hoch/tief - Funktion der
ersten Rudermaschine die zweite Rudermaschine mit dem auf deren Ruderhorn
festgeklebten Motorträger wie ein Hoehenruder zu steuern. Die
Seitenruderfunktion ergibt sich einfach dadurch, dass die zweite
Rudermaschine die rechts-links-Schwenks des Motors mit Propeller übernimmt.
Beide Rudermaschinen-Steuerfunktionen wurden auf einen Steuerknueppel
gelegt. Wenn man 'rührt', beschreibt der Motor einen Schwenkkreis. In
sofern kann man von einer dreidimensionalen Schubvektorsteuerung sprechen.
Der Begriff 'Zugvektorsteuerung' gibt dem Kind lediglich einen neuen
Namen, da hier erstmals versucht wurde, einen in der Flugzeugfront
'ziehend' angebrachten Antrieb direkt über 2 Steuerachsen dreidimensional
anzusteuern.
Ausserdem macht sich der Begriff ganz gut bei GOOGLE (ausprobieren). |
|
| Als
Erprobungszelle für den 3-D-Schwenkpropeller wurde ein Leichtflugzeug aus
Depron aufgebaut, dessen Rumpf eine Gitterkonstruktion aus kleinen
Polyamid-Kreuzen und 1,5mm Carbonstaeben bildet. Die Polyamidkreuzchen
gibt es im Baumarkt als Verbindungselemente von Konstruktionen aus Aluoehrchen bzw. in der Fliesenabteilung als Abstandshalter für die
Fliesenverlegung. Die Fahrwerkskonstruktion besteht aus 1,3mm Carbonstaeben, von
hinten nach vorne 'vorgespannt' mit 0,8mm
Carbonstaeben. Die
Raeder laufen auf einer 1,3mm Carbonachse.
Die Tragflaeche wurde mit 'Ohren' versehen, um fuer den Fall eines Motorstillstandes Gleitflugstabilitaet zu garantieren. Die zweite 'Huckepack'-Flaeche ist nur durch 2 profilierte Abstandshalter aus 6mm Depron mit der Hauptflaeche verbunden, wobei ein hoeherer Anstellwinkel gewaehlt wurde als bei der Haupttragflaeche (3,5 Grad zu 2,5 Grad). Sie dient zwei Zwecken: 1. Das Flugzeug sollte über ausgepraegte
Langsamflugeigenschaften verfuegen. Ohne Kamera hat das Flugzeug bei einer Spannweite von 90cm ein Abfluggewicht von 115g, mit Kamera 145g. Das Flugverhalten ist im Vergleich zu seiner frueheren Ausfuehrung mit Seiten- und Hoehenruder genauso unproblematisch. Am 28. November 2006 erfolgte der
Erstflug dieses ruderlosen, nur mit 3D - Zugvektorsteuerung ausgestatteten
Flugzeuges - und schrieb damit ebenfalls ein kleines Stueck
Modellfluggeschichte: Handelt es sich doch um das erste existierende,
ruderlose, uneingeschraenkt flugfaehige Modellflugzeug mit
3D-Zugvektorsteuerung. 2 Videos zeigen Onboard- und Aussenaufnahmen des Fluges mit Zugvektorsteuerung: |
|
|
|
|
| Video mit
Onboard- und Aussenkamera-Perspektive |
|
| Verschiedene
Entwicklungsvarianten der 3D - Zugvektorsteuerung (oder 3D - Schubvektorsteuerung)
sind denkbar: |
|
|
1. Motorsteuerung mit Hilfe eines einseitig aufgehangenen gleichseitigen Dreiecks Aus einem gleichseitigen, 1mm starken
Alublech-Dreieck laesst sich durch austreiben der abgeflachten
Ecken ein steuerbarer Motortraeger erstellen, der an jeder Ecke
im Abstandswinkel von 120 Grad zur nächsten Ecke einen Kugelkopf
aufnimmt. Die 3 Kugelkoepfe werden in die zugefalteten Ecken eingeklebt
(Sekundenkleber mittelviskos). Für eine praezisere Ausfuehrung können
die zugefalteten Blechecken an den Faltschlitzen mit Alulot verloetet
werden, so dass ein 3mm Gewinde geschnitten werden kann, welches
eine Feinjustierung der Kugelkoepfe ermöglichen wuerde. Die Montage
des Motortraegers erfolgt, indem der Kugelkopf -1- in eine
fest an der Flugzelle angebrachte Kugelpfanne eingeklipst wird.
die beiden anderen Kugelkoepfe werden an die Schubstangen
der Rudermaschinen agelenkt -2- . |
|
|
|
|
|
|
Verbaut war diese 3D-Schubvektorsteuerung
in einem DEPORON-Nurfluegeldoppeldecker, dessen Flaechen in der
Vorderansicht eine Doppel-W-Anordnung aufwiesen. |
|
|
|
|
|
|
| 2.
3D-Schubvektorsteuerung mit Hilfe einer Kardanischen Aufhaengung Wenn aus Gewichts- oder/und Platzgruenden der direkte Antrieb der Steuerachsen mit Rudermaschinen nicht moeglich ist, und wenn hoechstmoegliche Spielfreiheit bei der Uebertragung von Steuerkraeften gewuenscht ist, empfiehlt sich die kardanische Aufhaengung als Funktionsprinzip fuer die Steuerung des Motortraegers einer 3D-Schubvektorsteuerung. Auch hier wird das Steuerungssystem auf 2 Funktionseinheiten verteilt: Modul 1 beinhaltet die Steuerachsenmechanik einschließlich Motoraufhängung und Motor, Modul 2 die Ansteuerung der Aufhaengung mittels Rudermaschinen. Das ganze sieht dann so aus (gebaut von meinem Clubkollegen Jochen W. unter Verwendung von Alu-Distanzringen aus alten Festplatten):
|
|
|
|
|
| |
Der aus
einem modifizierten CDR-Laufwerk entstandene schnelldrehende Mini-Brushlessmotor
-0- ist über sein Stator-Lagerrohr rechtwinklig
mit der ersten Steuerachse verbunden, welche die rechts-links-Steuerfunktion
übernimmt, und wird über den Kugelkopf -3- durch eine
Rudermaschine angesteuert.
Die drehbare rechts-links-Steuerachse
ist vertikal in einem aeußeren Aluminiumring gelagert. Der aeußere
Ring wiederum wird horizontal am Flugzellenrumpf gelagert (vorne,
hinten, oder in der Mitte) und wird über den 2. Kugelkopf -2-
angesteuert (hoch/tief). Die abgebildete Konstruktion wiegt 31g und ist vorgesehen zum Einbau in eine schnellfliegende Deltakonstruktion mit einer Doppeltrapezflaeche bei einer Spannweite unter 50cm. |
| |
|
| Welche
Flugfiguren mit einer solchen kardanischen 3D-Schubvektorsteuerung
moeglich sind, zeigt Martin Mueller eindrucksvoll in seinem FUN-JET
- Video:
|
|
| Mittlerweile
gibt es einen Hersteller (Armin Reiser aus Bobingen, www.vektor-technik.de),
der eine kardanische 3D Zugvektor- bzw. Schubvektorsteuerung herstellt: Es handelt sich hierbei um einen CNC-Fraesteilesatz, wahlweise aus GFK (15g mit Anlenkungen) oder CFK (12g mit Anlenkungen). Die Vektorsteuerung besteht aus 2 vormontierten kardanischen Elementen, zusammen mit den abgestimmten Anlenkungsteilen sowie -wahlweise- einer Servohalterung für 2 Servos. Sie ist geeignet für BL-Aussenlaeufer bis 1500g Schub (z. B. Funjet, Acromaster ). Die Steuerung laesst sich in viele
serienmäßige Motorhalterungen einschrauben und ist für die
Aufnahme von BL-Außenläufermotoren
mit 16, 19 oder 25mm Befestigungskreisdurchmesser geeignet. |
|
![]() |
|
|
Die Erweiterung
dieses kardanisch aufgehaengten Steuersystems um ein Propellerverstellsystem
zu einem 4-D-Schubvektorsystem koennte in der Weise erfolgen,
dass eine Motor-/Verstellpropellereinheit mit Pitchservo an der
innenliegenden Verstellachse befestigt wird. Systeme mit einer außenliegenden
Hebelverstellung der Propellernabe waeren hierfür geeignet, wie
z. B. das von Flyware für den Brushlessmotor REX 220. Da bei leistungsorientierten
Flugzellen jedes Gramm zaehlt, koennte statt des Motors nur eine
Verstellpropellernabe (mit Pitchservo) verbaut werden, die
auf einem Mini-Kardangelenk sitzt. Dieses koennte dann ueber eine
Fernwelle durch den an anderer Stelle schwerpunktoptimal verbauten
Motor angetrieben werden. Mit einfacheren Mitteln laesst sich ein 4-D-Zug-/Schubvektorsystem erstellen, wenn man die Steuerachsen direkt durch eine entsprechende Servokombination antreibt. Die Entwicklung eines solchen Steuerungsmoduls ist in der Auswahlseite EXPERIMENTAL naeher beschrieben. |
![]() |
|
Aus den Erfahrungen mit 4 verschiedenen Trapezdrachen mit 3D Zug- Und Schubvektorsteuerung entstand die Idee einer doppelten 3D - Vektorsteuerung: Einer steckbaren Motorgondel für den Trapezdrachen, bestehend aus einem Zugvektor- und einem Schubvektormodul. Mit 2 in dieser Weise verfuegbaren Hebelarmen muesste die Agilitaet dieses ruderlosen Flugzeuges noch weiter steigerbar sein... Entstanden ist eine ca. 270g schwere Motorgondel, bestehend aus 2 BL - Power-Schnurzz-Antrieben, 4 HITEC HS65 Metallgetriebe- Servos, 2 SIMPROP 10A - Reglern sowie einem REX 5 MPD Empfaenger. Alle Anschluesse wurden mit 4 V-Kabeln realisiert, wobei am BEC-Stecker des 2. Reglers die Plusleitung neutralisiert wurde, da die Stromversorgung des Empfaengers bereits ueber den ersten Regler erfolgte.
|
|
|
|
Ein Video von der Flugerprobung (siehe SPECIALS - 3D-FOLD-UP-KITES) zeigt - wie vermutet - eine noch staerkere Agilitaet des Flugobjektes in allen Fluglagen. Flache 360 Grad-Wenden auf der Stelle sind moeglich, ebenso vertikale und horizontale Spins. |
|
|
Ebenfalls machbar ist folgende Anordnung: Der vordere Antrieb stellt eine komplette 3D-Zugvektorsteuerung dar und dient vornehmlich der Richtungssteuerung und liegt v o r dem Schwerpunkt des Flugzeuges; der hintere Antrieb ist starr verbaut und liefert den Hauptschub h i n t e r dem schwerpunkt. Eine umgekehrte Anordnung ist ebenfalls denkbar: hinten eine 3D- Schubvektor- steuerung, vorne das 'ziehende' Triebwerk. |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|