BOXKITES

(BOXKITE-Drachen mit zweidimensionaler oder dreidimensionaler Zug- bzw. Schub-Vektorsteuerung)

              

 

Ein besonders reizvoller Drache unter den Einleinern ist der klassische CODY mit seinen Langfluegeln. Allerdings auch nur, wenn er -wie der DONGDAIL- rueckwaerts fliegt, als 'Kastenente' sozusagen. Der aerodynamisch nicht ganz unproblematische Zellenaufbau ermoeglicht keine einstellbare EWD. Ebenfalls schwierig gestaltet sich die Unterbringung des Antriebes mit Vektorsteuerung. Doch auch hier gilt: Nur Versuch macht kluch :-))

Als erster Versuch, den roten  CODY von seinen Leinenfesseln zu befreien und ihn vektorgesteuert in die Luft zu befördern, wurde die Ausruestung mit 2 Slowflyer-Motoren der 300g Schub - Klasse und 7040er Props in Verbindung mit je einem HITEC HS65MG-Servo als 'doppelte zweidimensionale Zugvektorsteuerung' vorgenommen:
Die beiden Motorgondeln sind - aehnlich wie bei einem Luftschiff - rechts und links im vorderen Drittel im Abstand von einem Meter platziert. Der Einfachheit halber wurden die beiden Gondeln als gummivermuffte Steckmodule ausgebildet. Sie werden einfach in die Enden der 2  6mm Motortraeger-CFK-Rohre eingesteckt, die Gummituellen sorgen fuer sicheren Halt. Geflogen wird mit einem Deltamischer.


Die ersten Starts zeigten, dass bei einem Abfluggewicht von ca. 900g mehr Schub erforderlich ist. 

Anstelle der 7040er GWS-Props wurden 8040er Props montiert. Die Reagibilitaet auf Steuerbewegungen der 2D-Zugvektorsteuerung nahm hierdurch deutlich zu, jedoch muss das Kurvenflugverhalten nach wie vor als 'kritisch' bezeichnet werden.
Es hat sich gezeigt, dass die Steuerung des CODY im Deltamodus zu kontaproduktivem Flugverhalten fuehrt. Der CODY als 'Mehrfluegler' laesst sich nicht ohne weiteres in Kurven  'eindrehen', wie es bei Nurfluegeln problemlos moeglich ist. Er quittiert dies - nach Videoanalyse - mit deutlichen Verwindungen und unkontrollierbaren Gegensteuermomenten. 

Mit dem Einbau von zwei 3D-Steuerungen soll der Versuch unternommen werden,  die Kurven 'flach' zu fliegen zu koennen - ohne Verwindung der Flugzelle und ohne unerwuenschte Gegensteuermomente.

Das Video von den ersten Starts und Fluegen zeigt die beschriebenen Probleme. Trotzdem weiss der CODY schon jetzt durch sein exotisches und unverwechselbares Flugbild zu ueberzeugen. Mal schauen, wozu er faehig ist, wenn die geplanten Modifikationen greifen...

Video von den ersten Starts des roten CODY am 8.4.2008  
 

DONGDAIL und CODY sind in ihrer Grundstruktur Kastendrachen mit doppelten Kastenreihen, die um Fluegel an den Kastenaussenseiten ergaenzt wurden und dadurch ein eigenstaendiges Design erhielten. Nimmt man nur eine Kasatenreihe und ergaenzt sie an ihren Aussenseiten um spitz zulaufende Dreiecksfluegel, so erhaelt man eine F-BOX. Historisch betrachtet ist dieses Drachendesign bereits mehr als 100 Jahre alt und unter ihrer Grundform als 'French Military Kite' bekannt. Die hier vektorisierte F-BOX ist von HQ.

Die linke F-BOX ist verhaeltnismaessig gross und besteht aus einer Reihe von 4 Kaesten bei einer Spannweite von 200cm und einer Laenge von 170cm. Die rechte F-BOX von HQ ist nur halb so gross: 100 cm Spannweite bei einer Hoehe von 85cm. 

Die kleine F-BOX wurde aus der Verpackung genommen, 2 Gummisteckverbinder auf das untere 4mm Kielrohr geschoben, die auswechselbare 3D-Zugvektorsteuerung eingesteckt und mit einem O-Ring am oberen Laengsrohr befestigt - fertig.

Mit einem Abfluggewicht von 320g flog die kleine F-BOX am 30.6.2008 auf Anhieb, wobei das Flugbild auch dadurch ueberzeugt, weil man  keinen Antrieb und keine Steuerung erkennen kann. Beides verschwindet im vorne liegenden roten Kasten.

Einige 'Tricks' sind auch mit der kleinen F-BOX moeglich, die Flugeigenschaften koennen als problemlos-gutmuetig und insgesamt als ausgewogen bezeichnet werden. Mit einer Besonderheit jedoch unterscheidet sich die kleine F-Box von den anderen Drachen: Sie startet senkrecht - und landet senkrecht... :-)), was auch im Video zu sehen ist.

Erstflug der kleinen
F-BOX mit auswechselbarer
3D-Zugvektorsteuerung am 3.7.2008

Wie einfach darf ein Drache aufgebaut sein, um mit einer 3D-Zugvektorsteuerung annehmbare Flugleistungen zu erzielen? Um diese Frage zu beantworten, wurde eine der simpelsten Kastendrachenkonstruktionen ausgewaehlt und mit dergleichen Steuerung bestueckt, mit der auch schon die PYRAMID-BOX fliegt. Die 'Traditional Box 40 - Serie' von PREMIER KITES (Colours In Motion) haelt gleich 3 verschiede Designs bereit, wovon 2 Doppelbox-Drachen diegleichen Kastenabstaende aufweisen. Eine von beiden ist die 'Gradient'-Box mit einem Textildruck in stufenlosem Farbuebergang:


Im Original kommt der Drache mit 6mm GFK-Rohr als Laengsverbinder und 5mm GFK-Rohr für die Spannkreuze in den Kaesten. Die Laengsverbinder konnten beibehalten werden, lediglich das vordere Kreuz musste um ca. 5cm nach vorne versetzt werden, da die Steuerung mit ihrer schwerpunktbestimmenden Masse so weit wie moeglich nach vorne ruecken musste.  Um die Schwerpunktlage fuer eine geringfuegige Schwanzlastigkeit auszulegen, musste das hintere 5mm GFK-Rohrkreuz einem aus 4mm CFK-Rohr weichen.
Da der Flugkoerper vollkommen symmetrisch aufgebaut ist und zwischen vorderem und hinterem Stoffkasten keine EWD besteht, wurde das Fluggeraet auf leichte Schwanzlastigkeit ausgelegt, welche jederzeit durch leicht negative Propelleranstellung 'weggetrimmt' werden kann.

Der Erstflug erfolgte am 23. August bei wechselnder Windstarke (1 - 3 Bft.) Die 'Gradient-BOX' kann bei  Wind wie ein 'gefesselter' Einleiner auf der Stelle 'geparkt' werden. Bei wenig Wind oder Windstille stellt sie ihre Eignung als Anfaenger-Vektordrache unter Beweis: Einmal in der Luft, fliegt sie wie von selbst und verzeiht durch ihre Traegheit und Gutmuetigkeit fast jeden Steuerfehler Steuerfehler. Dafuer haelt sich ihre Kunstflugfaehigkeit in engen Grenzen: Mit 'Anlauf' schafft sie einen , mit etwas Geschick auch eine Rolle. Und: Bei etwas Gegenwind sind Senkrechtstarts und -landungen moeglich.

 

VIDEO vom FLUG der GRADIENT-BOX am 24. August 2008 bei Windstille
'Auf die Dauer hilft nur Power...', ein beliebter Spruch all' derer, denen 'Normalleistung' zu wenig und Tuning alles bedeutet.

Bei bei der 'Standardmotorisierung' der auswechselbaren Vektorsteuerungen mit 'Power-Schnürzzen' sind Drachen mit einem Abfluggewicht bis 400g gut motorisiert. Was aber, wenn ein Drache wie die Gradient Box ueber 500g auf die Waage bringt?
Da sieht ein 'Senkrechtstart' doch schon eher etwas gequaelt aus...und ein staerkerer Motor muss her.

Ein 'Doppel-Whopper' sollte zeigen, wie sich eine 'Uebermotorisierung' auf das Flugverhalten der Gradient-Box und der Pyramid-Box auswirken. Das Ergebnis ist beeindruckend: Die Gradient-Box startet zügig und hebt ab wie eine Rakete, und die Pyramid-Box absolviert alle Aerobatic-Figuren mit fast doppelter Geschwindigkeit. 

Keine Frage: Eine Sünde, was man den Servos damit abfordert ... aber es macht Spass :-))

VIDEO vom FLUG der GRADIENT-BOX und der
PYRAMID-BOX mit 'Doppel-Whopper'-Antrieb